Moderation beim MEHR Festival: Ein Tag im Rat für Wirtschafts-demokratie
Für dieses Projekt war ich als Kooperationspartner von quäntchen + glück im Einsatz. Theresa Oberstraß und ihr Team hatten mich eingeladen, sie beim MEHR Festival der Otto Brenner Stiftung in Frankfurt am Main zu unterstützen. Meine Aufgabe: einen von vier Räten des Festivals moderieren, den Rat für Wirtschaftsdemokratie, mit rund 30 Teilnehmenden aus Gewerkschaften, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft.
Kunde
Otto Brenner Stiftung
Rolle
Moderation (als Kooperationspartner von quäntchen + glück)
Zeitraum
Juni 2026
Weitere Infos
Wie können wir gemeinsam mehr erreichen?
So lautete die Leitfrage, mit der wir in den Tag gestartet sind. Wie können wir gemeinsam mehr erreichen, um wirtschaftliche Strukturen zu demokratisieren? Eine Frage, die schnell klar gemacht hat, wie viele unterschiedliche Blickwinkel im Raum saßen. Gewerkschaftliche Perspektiven trafen auf wissenschaftliche, politische auf zivilgesellschaftliche. Das war für mich von Anfang an spannend zu beobachten, wie diese unterschiedlichen Erfahrungswelten aufeinandertreffen und wo sie sich berühren.
Konzept von quäntchen + glück, umgesetzt vor Ort
Das Workshopkonzept und den groben Agendarahmen hat das Team von quäntchen + glück entwickelt. Ich durfte diesen Rahmen dann mit der Gruppe füllen, mit viel Raum für mein eigenes emergentes Vorgehen. Drei weitere Kolleg:innen moderierten parallel drei weitere Räte zu den Fokusthemen Digitalisierung, Migration und das neue Neue Frankfurt.

Vom Input zur Fishbowl
Nach einer Phase des Ankommens gab Johanna Wenckebach von der IG Metall einen fachlichen Input zum Thema. Daran anschließend haben wir das Themenfeld Wirtschaftsdemokratie gemeinsam mit der Methode Affinity Mapping exploriert. Was bewegt diese Gruppe eigentlich konkret, wenn sie über Wirtschaftsdemokratie spricht? Welche konkreten Fragen und Unterthemen sind aktuell für uns vordergründig? Per Dotvoting hat die Gruppe dann selbst entschieden, welche Themen sie vertiefen möchte.
Die ausgewählten Themen haben wir in einer angepassten Lean Coffee Fishbowl weiterbesprochen, mit kürzerer Taktung pro Thema, damit möglichst viele Themen besprochen werden konnten. Es war spannend zu sehen, wie die Gruppe den Prozess selbst mitgestaltet hat. Es wurden Entscheidungen getroffen, teils auch wieder revidiert, immer im Gespräch miteinander.
Zum Abschluss haben wir die Erkenntnisse aus der Fishbowl in einem Mini-Barcamp in konkrete nächste Schritte übersetzt. Kleinere Gruppen haben sich gefunden, die einzelne Themen auch über den Festivaltag hinaus weiterverfolgen wollen.
Während des ganzen Tages hat Graphic Recorder Daniel Wiesen live mitgezeichnet. Ein wertvoller Blick von außen auf das, was sich im Raum entwickelt hat – und vor allem ein spielerischer, leicht erinnerbarer Anker für all das, was über den Tag hinweg besprochen wurde.



Was am Ende auf dem Tisch lag
Am Ende des Tages stand deutlich mehr als eine gute Diskussion. Es gab kritischen Austausch, tiefgehende Gespräche und ein paar konkrete Arbeitspakete, mit denen einzelne Gruppen weiterarbeiten. Die vollständigen Ergebnisse sind in der Dokumentation auf der Website der Otto Brenner Stiftung nachzulesen.
Was mir hängen geblieben ist
Am meisten hat mich die Motivation in der Gruppe beeindruckt. Wie intrinsisch die Teilnehmenden bei der Sache waren, wie ernsthaft sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, über Fachgrenzen und Institutionen hinweg. Ein kleines, intensives Demokratielabor, wie ich es im Nachgang auf LinkedIn beschrieben habe. Auf einzelne Gesprächsinhalte, Teilnehmende oder Takeaways gehe ich hier aus Gründen der Verschwiegenheit nicht ein. Aber die Energie an diesem Tag war für mich noch lange danach spürbar.
Du planst eine Großgruppenmoderation, eine Konferenz oder ein Beteiligungsformat?
Ob ein einzelner Themenrat im Rahmen eines größeren Festivals, eine Fachtagung oder ein unternehmensinternes Format mit vielen Teilnehmenden: Als Facilitator aus Köln unterstütze ich gerne dabei, aus fachlichem Input und großer Gruppendynamik echten Austausch und konkrete nächste Schritte zu machen.
Mein Schwerpunkt liegt in NRW, aber ich bin gerne unterwegs. Wie zuletzt in Frankfurt am Main.
